Purdey-Seide: Landleben aus dem Archiv, gedruckt in Macclesfield
Schleiereulen, boxende Hasen und Patronen: Die neuesten Seiden von Purdey machen aus dem Hausarchiv kleine Szenen des Landlebens, gedruckt in Macclesfield und von Hand vollendet.

Einstecktuch Flying Grouse aus Seide, 30 × 30 cm. Foto: Purdey
Wer eine Krawatte oder ein Tuch aus der Seide von Purdey genau betrachtet, merkt, dass das Muster Geschichten erzählt. Klappernde Schrotpatronen, ruhende Schleiereulen und boxende Hasen auf dem Feld erscheinen als kleine Vignetten des englischen Landlebens. Viele Motive stammen aus dem Archiv des Hauses, andere sind neuere Zeichnungen, und gemeinsam zeigen sie, wie eng Purdey noch immer mit den Traditionen und Rhythmen des Landes verbunden ist.
Ein Archiv voller Papier
Als Giles Deacon, Creative Director bei Purdey, die Geschichte des Unternehmens zu erkunden begann, stieß er auf das, was er „eine außergewöhnliche Sammlung originaler Waffenetiketten, Patronenschachteln, Anzeigen aus den 1800er- bis in die 1970er-Jahre, Menükarten, Einladungen“ nennt. Für Deacon war das Material eine Art visuelle Archäologie, mehr als nur ein Musterbuch.
Ich wollte diese Welt erkunden und sie nutzen, um Geschichten über das historische Erbe von Purdey zu erzählen.
Dieses Erbe reicht bis 1814 zurück und war immer mit dem Land und der Kunst des Sports verbunden. Die neuesten Seiden feiern es im Muster: Moorhühner steigen über der Heide auf, Hirsche erscheinen in Miniatur. Jeder Druck hält Bewegung und Ruhe, Natur und Gestaltung in Balance und liest sich wie eine kleine Studie des britischen Sportlebens auf dem Land.
Gedruckt in Macclesfield
Gedruckt werden die Seiden in Macclesfield, der Stadt in der Grafschaft Cheshire, deren Webstühle seit Jahrhunderten feine Seide hervorbringen. Purdey arbeitet dort mit Meisterdruckern zusammen, die diese Traditionen lebendig halten. Digitale Technik kann feine Zeichnungen und Archivdetails heute bemerkenswert genau wiedergeben, doch die menschliche Hand bleibt unverzichtbar.
Zur Kollektion gehört auch eine Reihe gewebter Seiden im -Verfahren, gefertigt auf traditionellen Webstühlen, die feine Details und zarte Farbtiefen ermöglichen.
Von Hand vollendet
Aus der Druckerei gelangen die Seiden in die Werkstatt, wo sie nach Gewicht ausgewählt werden: 36-Unzen-Seide für Krawatten, 18-Unzen-Seide für Schals und Einstecktücher. Vollendet wird alles von Hand. Die Kanten werden einzeln zu einem gerollt und genäht, und allein ein einziges Tuch braucht fast 40 Minuten.
In der Krawattenwerkstatt von Purdey arbeitet eine der wenigen Fachkräfte dieses Handwerks, die es in Großbritannien noch gibt. Gespür leitet dort jeden Schritt: der Winkel eines Schnitts, der Druck einer Presse, das Verhalten jeder Farbe. „Selbst dasselbe Design verhält sich von einer zur anderen anders“, heißt es aus der Werkstatt. „Man lernt einfach, es zu fühlen. Manche Seiden dehnen sich, manche laufen ein. Man passt sich an.“
In der Werkstatt arbeiten Veteranen mit jahrzehntelanger Erfahrung neben jüngeren Handwerkern, viele von ihnen angezogen von einer Liebe zum Handwerk, die in ihren Familien weitergegeben wurde. Es ist langsame Arbeit, präzise und fesselnd, das Gegenteil von Automatisierung.



Ein Faden zurück zur Seidenstraße
Seide ist immer gereist, aus dem alten China über die Handelswege, die als Seidenstraße bekannt wurden, bis in die britischen Webereien, wo ihr Glanz einen neuen Ausdruck fand. Die Seiden von Purdey setzen diese Reise auf ihre Weise fort. Ein Motiv von einer alten Patronenschachtel oder einem Waffenetikett wird gedruckt, gerollt und genäht und schließlich unter einem Kragen geknotet.
Glossar
- Jacquard
- Ein Gewebe, dessen Muster am Webstuhl in den Stoff eingewebt und nicht auf die Oberfläche gedruckt wird.
- Farbstellung
- Eine Farbversion eines Entwurfs; dasselbe Motiv kann in mehreren Farbstellungen gefertigt werden.
- Rollsaum
- Ein schmaler, eingerollter und von Hand genähter Abschluss an der Kante feiner Tücher.
Fragen unserer Leser
Wo entstehen die Seiden von Purdey?
Gedruckt werden sie in Macclesfield, der Stadt in Cheshire, deren Webstühle seit Jahrhunderten feine Seide hervorbringen; Purdey arbeitet dort mit Meisterdruckern zusammen. Zur Kollektion gehören auch gewebte Jacquard-Seiden von traditionellen Webstühlen. Anschließend wird jedes Stück in der Werkstatt von Hand vollendet.
Wie werden die Seidentücher vollendet?
Nach dem Druck werden die Seiden nach Gewicht sortiert: 36-Unzen-Seide für Krawatten, 18-Unzen-Seide für Schals und Einstecktücher. Danach werden die Kanten jedes Tuchs einzeln von Hand gerollt und genäht, ein Arbeitsschritt, der für ein einziges Tuch fast 40 Minuten dauert.
Woher stammen die Motive?
Viele stammen aus dem Archiv von Purdey, in dem Creative Director Giles Deacon originale Waffenetiketten, Patronenschachteln, Anzeigen aus den 1800er- bis 1970er-Jahren, Menükarten und Einladungen fand. Andere sind neuere Zeichnungen. Sie zeigen Szenen des Landlebens wie Schleiereulen, boxende Hasen, Moorhühner und Hirsche.


